Am Samstag, den 9. Mai, fand das Fest zum 30-jährigen Bestehen des Weltladens Don Bosco statt. Die Veranstaltung, die allen Bürgerinnen und Bürgern offenstand, zog zahlreiche Menschen an, die diesen Meilenstein gemeinsam feierten - mit Musik, fair gehandelten Speisen, einer Modenschau für ethische Mode und einem Glücksrad, mit dem Gelder für Projekte in Palästina gesammelt wurden.
Das Fest war vor allem ein Dankeschön an die Gründerinnen und Gründer, die 1995 die Genossenschaft „Le Formiche di pace" ins Leben riefen, aus der 1996 der Weltladen Don Bosco hervorging. Es ist die Geschichte einer Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern, die das Bedürfnis spürten, konkret für den Frieden zu handeln. Die internationalen Konflikte jener Jahre - der Golfkrieg und der Krieg im ehemaligen Jugoslawien - ließen sie angesichts von Leid und Ungerechtigkeit nicht gleichgültig.
Sie erkannten, dass es keinen Frieden ohne soziale Gerechtigkeit geben kann, und beschlossen daher, im Stadtviertel Don Bosco einen Weltladen zu eröffnen, um Produkte des fairen Handels zu verkaufen. Jeder kleine Kauf, geleitet von Werten der Gleichheit und Solidarität, trägt dazu bei, eine gerechtere und damit friedlichere Welt zu bauen. Der erste Standort befand sich in der Via Montecassino; bald wurde jedoch mehr Platz gebraucht, und der Laden zog in die Via Sassari um, wo er viele Jahre lang seinen Weg fortsetzte. Später fand er seinen endgültigen Platz am heutigen Standort auf der Piazza Don Bosco.
1999 übernahm Monica Gamper die Koordination des Ladens. Mit ihr begann eine Reihe neuer Aktivitäten zur Förderung des fairen Handels, die über die Jahre zu einem kontinuierlichen Wachstum und zur Konsolidierung des Ladens beitrugen.
Zu den bedeutendsten Initiativen zählen Bildungsprojekte in Schulen unter dem Namen „Equonomia", durch die Hunderte von Kindern und Jugendlichen mit Rollenspielen zu Themen des fairen Handels erreicht wurden. Auf spielerische Weise konnten Fragen der Ausbeutung von Menschen und natürlichen Ressourcen, der Ungleichheit in der Verteilung von Reichtum und möglicher Lösungen für eine gerechtere Welt behandelt werden.
Der Weltladen Don Bosco hat stets großen Wert auf die Sensibilisierung für kritischen Konsum gelegt - durch Teilnahme an Märkten und Stadtveranstaltungen, durch Expertenabende, Seminare und Events. Jede Teilnahme war eine Gelegenheit, die Kultur des „verantwortungsvollen" Konsums zu verbreiten und das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie wichtig es ist, Konsumentscheidungen mit Bedacht zu treffen und Handelspraktiken zu unterstützen, die auf Respekt und Nachhaltigkeit beruhen.
All dies war nur dank der unverzichtbaren Rolle der Ehrenamtlichen möglich, die mit ihrer Leidenschaft und ihrem Einsatz dieses Projekt am Leben erhalten haben. Der tägliche Dienst im Laden und die Entschlossenheit der Koordinatorin waren stets das Herzstück aller Aktivitäten und haben den Laden zu einem Treffpunkt für das gesamte Viertel Don Bosco gemacht - einem Ort, an dem jede Person Aufnahme, Gehör und Hilfsbereitschaft findet. Hier erfährt die Gemeinschaft, dass man durch kleine Gesten, geleitet von Werten der Solidarität und Gerechtigkeit, konkret dazu beitragen kann, eine bessere Welt zu bauen.

Dank all dem haben Le Formiche – Die Ameisen in den Folgejahren zwei weitere Weltläden eröffnet: einen in der Romstraße und einen in Leifers.
Das Jahr 2020 markierte einen entscheidenden Einschnitt in der Geschichte der „Ameisen": die Fusion mit der Trentiner Genossenschaft Mandacarù. Dieser Schritt vereinte die Erfahrungen beider Organisationen und gab einer regionalen Genossenschaft für fairen Handel neuen Auftrieb - gefestigter und tief verwurzelt. Die Fusion ermöglichte es, den gemeinsamen Horizont zu erweitern und die Kraft der Zusammenarbeit zwischen Akteurinnen und Akteuren zu stärken, die sich für die Förderung des fairen Handels einsetzen.
Im Laufe des Jahres 2025 verlegte Mandacarù seinen Sitz nach Bozen. Vor einigen Tagen fand die Jahreshauptversammlung der rund 2.900 Mitglieder statt, bei der der Vorstand neu gewählt wurde - mit der wichtigen Neuerung, dass mit Daniela Bigolin erstmals eine Boznerin als neue Vorsitzende gewählt wurde.
„Die Verantwortung gegenüber den Kleinproduzentinnen und -produzenten, von denen verkaufsfertige Produkte und Rohstoffe für die Weltläden bezogen werden, ist enorm. Es handelt sich um marginalisierte Kleinproduzentinnen und -produzenten, die in den fairen Handel und seine Förderinnen und Förderer großes Vertrauen setzen - in der Hoffnung, die Lebensbedingungen eines wenig gnädigen Alltags zu verbessern."
